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Warum haben Katzen Schnurrhaare?

Schnurrhaare sind ein auffälliges Merkmal von Katzen. Die langen Haare rund um die Schnauze der Katze wirken ein bisschen wie ein Schnurrbart. Doch sie erfüllen einen konkreten Zweck. Wir gehen der Frage nach, warum Katzen Schnurrhaare haben.

Der Sinn der Schnurrhaare

Vielleicht enttäuschen wir nun einige Katzenfans, aber: Die Schnurrhaare der Katze haben mit dem Schnurren nichts zu tun. Sie übernehmen eine andere wichtige Funktion:

Die Schnurrhaare der Katze, auch Vibrissen genannt, sind Teil des Tastsinns, des sensorischen Systems, der Samtpfote. Deshalb werden sie auch als Tasthaare oder Sinushaare bezeichnet. Katzenfreunde erkennen sie sehr leicht: Die Haare sind lang, hart, stabil und steif.

Das Besondere an den Schnurrhaaren ist ihre einzigartige Wurzel. Diese Wurzel, auch Haarbalg genannt, hat zahlreiche Nervenenden. Die Nerven reagieren sehr sensibel auf Luftströmungen, Luftwirbel und damit Druckveränderungen in der direkten Umgebung des Vierbeiners. Kommen die Haare in Bewegung, wird ein Impuls an das Gehirn der Katze geleitet. Die Vibrissen ermöglichen es der Samtpfote auf diese Weise, jegliche Bewegung und jegliches Hindernis in ihrer Nähe wahrzunehmen.

Das ist besonders hilfreich, da Katzen eher zu den weitsichtigen Lebewesen gehören: Dinge in der Nähe sind für sie nur schwer erkennbar. Sie erkennen Gegenstände, ihre Größe und Position mit den Schnurrhaaren. Auch nachts im Dunkeln, bei Dunkelheit, kann sich der fellige Freund dadurch gut orientieren.

Die unterschiedlichen Schnurrhaar-Arten

Aufmerksame Katzenbeobachter wissen, dass Schnurrhaare um die Katzennase herum wachsen. Doch das ist nicht die einzige Stelle, an der sich die Vibrissen befinden. Die Katze verfügt über mehrere Ansammlungen von Schnurrhaaren am Katzenkörper:

Schnurrhaare an der Nase und Schnauze

Diese Schnurrhaare wachsen links und rechts von der Nase bzw. dem Maul des Stubentigers. Insgesamt sind es um die 24 Stück: ca. 12 links und 12 rechts. Sie werden auch Makrovibrissen genannt und erinnern viele an einen Schnurrbart. Katzen nutzen diese Haare vor allem für das „räumliche Sehen“.

Schnurrhaare an den Wangen

Es gibt noch mehr Schnurrhaare im Gesicht der Katze: Die sog. genalen Vibrissen sind an den Wangen der Katze angesiedelt – pro Wange ungefähr 6 Schnurrhaare. Sie übernehmen die Funktion eines Gefahrendetektors, indem sie die Katze auf Gegenstände in ihrer Umgebung hinweisen. So kann die Katze rechtzeitig Dingen ausweichen – und sich vor Verletzungen schützen.

Schnurrhaare über den Augen

Die subraorbitalen Vibrissen, die über den Augen wachsen, sind Sensoren, die der Katze sagen, ob sich etwas vor oder nah an ihrem Gesicht befindet. Damit übernehmen diese Schnurrhaare eine Schutzfunktion: Verletzungen am Auge durch externe Einflüsse wird vorgebeugt. Pro Seite sind es zwischen 5 und 10 Haare.

Weitere Schnurrhaare der Katze

Das war noch nicht alles: Die Stubentiger haben auch Tasthaare am Kinn, der Oberlippe und der Rückseite der Vorderbeine, in der Nähe der Pfoten. Das ist für die Jagd nach Beute besonders gut.

3 Tipps für gesunde Schnurrhaare

Die Schnurrhaare der Katzen übernehmen wichtige sensorische Funktionen, dienen den Tieren zur Orientierung und als Schutz. Verfilztes Katzenfell oder klackernde Katzenkrallen erfordern Aufmerksamkeit und Pflege durch Katzenbesitzer. Doch Vorsicht: Bei Schnurrhaaren ist weniger Pflege einfach mehr.

  1. Niemals abschneiden: Die Schnurrhaare der Katze sind von Natur aus recht lang. Und das ist gut so. Schnurrhaare der Katze sollten auf keinen Fall abgeschnitten oder gekürzt werden – das kann ihre Funktion negativ beeinträchtigen und der Samtpfote ihren Orientierungssinn rauben.
  2. Nicht reinigen: An den Schnurrhaaren können sich schon mal Futterreste oder Schmutz ansammeln. Da die Schnurrhaare sehr sensibel sind, sollten Sie darauf verzichten, sie zu putzen. Das erledigt Ihr felliger Freund bei Bedarf schon ganz von allein. Während des Katzenlebens ist es normal, dass die Schnurrhaare dunkler werden, sich mit der Zeit verfärben. Sie sind in diesem Fall nicht dreckig – Putzen oder Säubern sind nicht notwendig.
  3. Im Blick behalten: Da die Haare als Antennen so wichtig sind fürs Tier, sollten Katzenhalter sie beobachten. Wie andere Haare am Körper fallen sie manchmal aus. Das ist nicht tragisch, sie wachsen normalerweise nach. Nimmt der Schnurrhaarausfall allerdings überhand und brechen die Schnurrhaare Ihrer Katze immer wieder ab, kann das ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Sicherheitshalber sollten Sie bei abgebrochenen Schnurrhaaren mit Ihrem Liebling den Tierarzt aufsuchen.

Dank Schnurrhaaren die Stimmung der Katze erkennen

Schnurrhaare übernehmen nicht nur wichtige Funktionen für die Stubentiger, die Schnurrhaare und ihre Stellung geben Katzenhaltern auch einen spannenden Einblick in die Stimmungslage des felligen Freundes:

… sind die Schnurrhaare an der Schnauze nach hinten gelegt? Ihre Katze hat Angst. Sie versucht sich, kleinzumachen, um harmloser zu wirken.

… sind die Schnurrhaare weit aufgefächert? Ihre Katze ist angespannt – im positiven oder negativen Sinne. Eventuell geht sie bald zum Angriff über, wie zum Beispiel bei der Jagd nach Beute. Achten Sie auch auf die restliche Körpersprache ihres Lieblings, um Ihre Gefühlslage noch besser einzuschätzen.

… sind die Schnurrhaare an der Schnauze normal zur Seite gerichtet? Ihrem Stubentiger geht es gut! Er fühlt sich wohl, ist ganz entspannt.

Die Schnurrhaare des Vierbeiners sind besonders wichtig für die Katze. Sind sie zu kurz oder fallen sie aus, fehlt der Katze ihr persönlicher Radar für ihre tierischen Abenteuer zu Hause oder in der freien Wildbahn.

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