Warum schnurren Katzen?

Warum schnurren Katzen? Was hinter dem Brummen steckt

Das Schnurren von Samtpfoten ist genauso typisch für sie, wie das „Miau“. Doch warum schnurren Katzen eigentlich, und wann? Wir gehen dem Brummen der Katze auf den Grund und zeigen auf, in welchen Situationen der charakteristische Katzenlaut erklingt.

Die schnurrende Katze – ein ungelöstes Rätsel

Für die meisten Katzenfans ist das Schnurren des felligen Vierbeiners ein Zeichen für das pure Wohlbefinden der Katze. Jeder weiß, dass das gemütliche Geräusch beim Streicheln und Kraulen erklingt und in anderen Glücksmomenten. Doch ganz so einfach ist es nicht. Das Schnurren des Vierbeiners tritt nicht nur in Wohlfühlmomenten auf. Kompetente Katzenbeobachter wissen, dass Katzen auch in schwierigen, leidvollen Situationen schnurren.

Der Brummton tritt übrigens nicht bei allen Katzenarten auf – nur Haus- und Wildkatzen schnurren. Großkatzen können das Geräusch nicht erzeugen.

Bis heute sind die Entstehungsursachen für das typische Katzengeräusch noch nicht ganz aufgeklärt. Umso geheimnisvoller ist der Katzenlaut, umso spannender die Spurensuche in puncto Schnurren.

Wie das Schnurren entsteht – mögliche Erklärungen

Das Schnurren der Katze ist ein tiefer, vibrierender Brummton mit einer Frequenz von ca. 23 und 50 Hertz. Der Schnurrlaut erklingt, wenn Katzen einatmen oder ausatmen. Die Länge des Schnurrens fällt ganz unterschiedlich aus: von wenigen Sekunden bis zu einer Dauer von vielen Minuten. Katzenhalter hören nicht nur den Klang, sie können durch das Berühren der Katze mit den Händen das Vibrieren regelrecht spüren.

Wie genau das Schnurren erzeugt wird, welches tierische Organ dafür verantwortlich ist, wird von Katzenforschern unterschiedlich bewertet.

3 beispielhafte Theorien für das Geräusch:

  1. Zungenbein: Die Atemluft der Katze zieht beim Atmen am harten Knochen zwischen Schädel und Zunge vorbei. Dadurch entsteht eine Schwingung. Diese Schwingung erzeugt den Schnurrklang.
  2. Kehlkopf: Die Stimmlippen des Kehlkopfs werden von Impulsen des Kehlkopfmuskels ent- und angespannt. Die Vibration der sogenannten Stimmritze erklingt als Schnurren.
  3. Stimmbänder: Die Hautlappen im Bereich der Stimmbänder erzeugen beim Atmen, während des Ein- und Ausatmens, das Schnurrgeräusch.

Warum Katzen schnurren: Schnurrgründe und -momente

Dass Katzen schnurren, wenn es ihnen gut geht, ist ein Mythos, der anhält. Katzenschnurren tritt auch in „unangenehmen“ Situationen auf, wie Angst und Stress. Die Katze versucht sich zu entspannen und ihr Leid zu lindern. Denn: Der tiefe Schnurrton setzt Serotonin frei, ein Glücks- bzw. Wohlfühlhormon. Dieser Glücksstoff hat eine positive Wirkung auf das Empfinden und die Stimmung. Das Schnurren des Stubentigers kann mal leise, mal lauter ausfallen.

Das Katzenbrummen kann aber mehr: Einige wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Schnurren, insbesondere die Vibration, den Katzenkörper in Bewegung bringen – Muskeln werden trainiert, Knochen gefestigt. Die Vibrationen können aber auch die Knochenheilung und die Heilung von Gelenken beschleunigen. Das Schnurren ist also ein richtiges Gesundheitsprogramm für die felligen Freunde.

Doch warum und wann genau schnurrt die Katze? Welche Bedeutung hat das Schnurren?

4 typische Gründe für das Katzenschnurren

  1. Der Katze geht es gut: Das Brummen des Stubentigers ist meistens ein Wohlfühlklang. Der Katze geht es gut, sie genießt den Moment – alleine oder zusammen mit ihren Weggefährten. Oft schnurren Katzen auch, wenn sie ihre Besitzer wiedersehen. Das Katzenbrummen ist Ausdruck der Begrüßung und Wiedersehensfreude. Ein regelrechtes Schnurrkonzert erklingt.
  2. Sie kämpft gegen Schmerzen an: Die Katze kommt in den Schnurrmodus, wenn es ihr nicht gut geht, sie unter Schmerzen leidet. Hat sich die Katze verletzt oder beispielsweise Bauschmerzen, beginnt sie mit dem Schnurren. Manche Katzen schnurren auch beim Sterben, sie versuchen auf diese Weise das Leiden zu verringern.
  3. Sie versucht sich oder andere zu beruhigen: In Stress- oder Angstsituationen erklingt auch das Brummen des Stubentigers. Er versucht damit, der Aufregung etwas entgegenzusetzen und seine Ängste in den Griff zu bekommen. Oft kommen Katzen auch in den Schnurrmodus, um aufgebrachte Artgenossen zu beruhigen.
  4. Sie kommuniziert mit ihrem Umfeld: Das Schnurren ist eine „Sprache“. Hauskatzen nutzen das Brummen als Kommunikationsform gegenüber ihren Artgenossen, aber auch Menschen in ihrem Umfeld.

4 klassische Schnurmomente

… bei Hunger: Vierbeiner kommunizieren durch das Schnurren. Sie geben so mit dem Brummton Frauchen und Herrchen zu verstehen, dass es Zeit wird für die nächste Mahlzeit.

… beim Essen: Oft brummt der Liebling während des Fressens. Es schmeckt ihm und er ist zufrieden.

… beim Streicheln: Viele Hauskatzen sind passionierte Kuschelliebhaber. Wenn Katzenbesitzer sie durch das Streicheln verwöhnen, erklingt ein regelrechtes Schnurrkonzert. Der Vierbeiner genießt die Streicheleinheiten und lässt es sich richtig gutgehen.

… beim Schlafen: Viele Samtpfoten sind gemütliche Schlaffans. Ob tagsüber auf der Fensterbank, der wohligen Heizung oder nachts im gemütlichen Katzenkörbchen oder an der Seite des Katzenbesitzers. Schläft der Vierbeiner, ist er entspannt, können Katzenhalter dem wohligen Brummen lauschen.

… bei der Geburt: Katzenmütter schnurren während der Geburt. Damit versuchen sie, die Schmerzen des Geburtsvorgangs zu mindern.

… nach der Geburt: Säugende Kätzinnen lotsen ihre kleinen Kittens durch das Schnurren zur Zitze. Katzenbabys wiederrum schnurren, wenn sie bei ihrer Katzenmutter säugen. Der Nachwuchs zeigt der Katzenmama so, dass er sich geborgen fühlt. Ein wahrliches Schnurorchester ertönt – und macht Katzenmutter und Katzenkinder glücklich.

Hilfe, mein Vierbeiner schnurrt nicht!

Katzen, Miauen und Schnurren gehören zusammen. Bleibt der brummend klingende Katzenklang aus, löst das Sorgen bei Katzenfreunden aus. Einige Katzenhalter denken, dass ihr Kätzchen sie nicht mag.

Wenn Stubentiger nicht schnurren, kann das anatomische Gründe haben. Eine Fehlbildung der Stimmbänder kann beispielsweise eine Ursache sein. Eine Untersuchung durch den Tierarzt kann den Ursachen genauer auf den Grund gehen.

Katzenschnurren wirkt auch bei Menschen

Einige Untersuchungen von Experten haben gezeigt, dass sich das Schnurren auch positiv auf Menschen auswirkt: Das Geräusch kurbelt die Serotoninproduktion auch bei Herrchen und Frauchen an. So kuscheln einige Tierbesitzer stundenlang mit ihrem Liebling, entspannen sich und bekommen bessere Laune.

Was gibt es also für einen besseren Grund, als die Samtpfote jetzt gleich wieder auf den Arm oder Schoß zu nehmen? So werden Katzenbesitzer und Stubentiger gleichermaßen glücklich, zufrieden und entspannt. Zeit für die nächste Streicheleinheit!

Teilen Sie diesen Artikel:

Mehr zu Verhalten und Erziehung