Schuppen bei Hunden

Schuppen beim Hund: Ursachen erkennen und die Haut beruhigen

Weiße Flöckchen auf dem dunklen Hundekissen, ein feiner Belag zwischen den Borsten der Bürste und schon steht die Frage im Raum, ob mit der Haut etwas nicht stimmt. Schuppen gehören beim Hund zum normalen Hautstoffwechsel. Auffällig werden sie erst durch Menge, Farbe und die Anzeichen, die hinzukommen. Ob trockene Heizungsluft, ein Nährstoffmangel oder eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahintersteckt, verraten Beschaffenheit und Sitz der Schuppen erstaunlich zuverlässig.

Wann Schuppen beim Hund normal sind und wann nicht

Die Oberhaut erneuert sich fortlaufend. Etwa alle drei Wochen ist eine komplette Zellgeneration an der Oberfläche angekommen, stirbt dort ab und löst sich. Einzelne Zellen sind viel zu klein, um mit bloßem Auge aufzufallen. Sichtbar wird das Ganze erst, wenn viele davon aneinanderkleben und als weißes Flöckchen im Fell hängen bleiben.

Wie viel Schuppung zum gesunden Fell gehört

Ein paar Schuppen nach dem Bürsten sind keine Seltenheit, besonders während des Fellwechsels beim Hund oder nach einem langen Tag in der Sonne. Unbedenklich bleibt die Schuppung, solange sie fein ist, sich gleichmäßig über den Körper verteilt und weder Juckreiz noch kahle Hautpartien hinzukommen. Aufmerksam werden sollte man dagegen, wenn die Flöckchen von selbst aus dem Fell rieseln, die Haut darunter rötet oder der Vierbeiner sich auffällig oft kratzt. Als Faustregel gilt, dass eine Schuppung, die länger als zwei bis drei Wochen anhält und sich trotz veränderter Pflege nicht bessert, eine Ursache hat, die über trockene Raumluft hinausgeht. Bei langhaarigen Rassen zeigt sich das Problem später, weil die Schuppen zunächst im Fell hängen bleiben und erst beim Scheiteln bis auf die Haut sichtbar werden.

Trockene und fettige Schuppen unterscheiden

Für die Einordnung lohnt sich ein genauer Blick auf die Beschaffenheit der Hautschuppen. Trockene Schuppen tragen in der Fachsprache den Namen Seborrhoea sicca, fettige heißen Seborrhoea oleosa. Letztere gehen häufig mit einem süßlich-hefigen Geruch einher, der auf eine Besiedlung mit Hefepilzen hindeutet. Wenn das Hundefell auffällig riecht, ist der überschüssige Talg meist der Auslöser.

Merkmal Trockene Haut Fettige Haut
Schuppenbild fein, weiß, rieselnd größer, gelblich, klebend
Fellgefühl stumpf, spröde ölig, strähnig
Hautgeruch unauffällig oft deutlich
Juckreiz leicht bis mäßig mäßig bis stark
Häufige Ursachen Heizungsluft, falsches Shampoo, Mangelernährung Seborrhoe, Infektionen, Hormonstörungen


Von dieser Unterscheidung hängt die richtige Maßnahme ab. Trockene Schuppen sprechen gut auf Feuchtigkeit, hochwertige Öle und selteneres Baden an. Rückfettende Produkte, die dort helfen, belasten fettige Haut jedoch zusätzlich, weshalb sie entfettende oder antiseptische Shampoos aus der Tierarztpraxis braucht.

Ursachen für schuppige Haut beim Hund

Die Auslöser reichen von harmlosen Umweltfaktoren bis zu Erkrankungen, die behandelt werden müssen.

Trockene Heizungsluft und Winterwetter

In der Heizperiode sinkt die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen oft unter vierzig Prozent, und das entzieht der Haut Feuchtigkeit. Der ständige Wechsel zwischen kalter Außenluft und überheizten Räumen belastet die Hautbarriere zusätzlich. Im Sommer wirken Hitze und intensive UV-Strahlung ähnlich austrocknend.

Nährstoffmangel im Futter

Fehlen essenzielle Fettsäuren, Zink, Kupfer, Vitamin A oder B-Vitamine wie Biotin, zeigt sich das zuerst an Haut und Fell. Zink steuert die Verhornung, ein Mangel führt durch gestörte Zellteilung zu Schuppen und Krusten, während zu wenig hochwertiges Eiweiß vor allem stumpfes Fell und einen schleppenden Fellwechsel nach sich zieht. Typische Auslöser sind ein zu schneller Futterwechsel, ein erhöhter Bedarf im Wachstum oder während der Trächtigkeit sowie eine unausgewogene Rohfleischration. Gerade beim Barfen kippt die Versorgung schnell, wenn Öle und Mineralstoffe fehlen.

Parasiten, Pilze und Hautentzündungen

Raubmilben werden im Volksmund wandernde Schuppen genannt, weil die Tiere selbst wie bewegliche weiße Pünktchen auf der Haut aussehen. Milbenbefall bleibt meist örtlich begrenzt. Raub- und Grabmilben verursachen dabei starken Juckreiz, während Demodexmilben eher kahle Stellen ohne nennenswertes Kratzen hinterlassen. Flöhe hinterlassen dunkle Krümel am Schwanzansatz, ein Wurmbefall zeigt sich in stumpfem Fell und trockener Haut. Zur Abklärung gehören deshalb eine Entwurmung nach Risikoprofil und die Suche nach Hautpilzen, die runde, schuppige Bezirke hinterlassen.

Allergien und Futterunverträglichkeiten

Hunde können vor allem auf Flohspeichel, Rindfleisch, Getreide, Pollen und Hausstaubmilben reagieren. Bei einer atopischen Dermatitis, also einer allergisch bedingten Hautentzündung, kommen zur Schuppung meist wiederkehrende Ohrenentzündungen und gerötete Hautfalten dazu. Wenn ein Hund sich ständig kratzt und dabei an den Pfoten leckt, liegt der Verdacht auf eine Allergie nahe.

Hormonelle Erkrankungen und erbliche Seborrhoe

Eine Schilddrüsenunterfunktion führt durch den verlangsamten Zellstoffwechsel zu trockener Haut, schütterem Fell und Antriebslosigkeit. Beim Cushing-Syndrom, einer Überproduktion des Stresshormons Cortisol, kommen dünne Haut, ein aufgeblähter Bauch und deutlich vermehrter Durst hinzu. Auffällig ist dabei, dass sich die Hunde meist nicht kratzen: Kahle Stellen ohne Juckreiz sprechen eher für eine hormonelle Ursache als für Parasiten oder eine Allergie. Beide Erkrankungen gehören in tierärztliche Behandlung.

Angeboren ist dagegen die idiopathische Seborrhoe, die gehäuft beim Cocker Spaniel und beim West Highland White Terrier auftritt. Sie ist allerdings selten, d.h. fettige Schuppen entstehen weit häufiger als Folge einer anderen Hauterkrankung. Betroffene Hunde haben schon im Welpenalter fettige Schuppen am ganzen Körper. Heilbar ist diese Form nicht, mit antiseborrhoischen Shampoos, die überschüssigen Talg lösen, aber gut beherrschbar. Kommen kahle Partien dazu, lohnt ein Blick auf die möglichen Gründe für Haarausfall beim Hund.

Rasse und Felltyp

Rassen mit dichter Unterwolle wie Labrador, Golden Retriever oder Deutscher Schäferhund schuppen vor allem im Fellwechsel und bei trockener Raumluft. Bei Hunden mit ausgeprägten Hautfalten, etwa Basset Hound oder Shar-Pei, sammeln sich in den Falten dagegen Feuchtigkeit und Talg, weshalb dort eher fettige Beläge entstehen. Die Rasse liefert damit einen Anhaltspunkt, ersetzt die Ursachensuche aber nicht.

Stress als kurzfristiger Auslöser

Manche Hunde schuppen innerhalb weniger Minuten, etwa auf dem Untersuchungstisch beim Tierarzt. Adrenalin führt dazu, dass sich kleine Muskeln an den Haarbälgen zusammenziehen, wodurch sich lose Hautzellen schlagartig lösen. Diese Stressschuppen sind harmlos und verschwinden von allein, sobald sich die Fellnase wieder beruhigt hat.

Wo die Schuppen sitzen und was das verrät

Wo die Schuppen sitzen Was meist dahintersteckt
Rücken, Lende und Schwanzansatz Flöhe oder Flohspeichelallergie, dazu Juckreiz, Krusten und dunkle Krümel im Fell
Rücken, große lose Schuppen Raubmilben, mäßiger Juckreiz, auch Menschen im Haushalt können reagieren
Ohrränder, Ellenbogen, Sprunggelenke und Bauch Sarkoptesräude, sehr starker und kaum zu stillender Juckreiz
Um Augen und Lefzen, an den Vorderbeinen Demodexmilben bei jungen Hunden, kahle Stellen bei wenig Juckreiz
Bauch, Achseln, Pfoten, Gesicht und Ohren Allergie, im Vordergrund stehen Juckreiz und Rötung, die Schuppen kommen erst als Folge dazu
Symmetrisch an beiden Flanken hormonelle Ursache, Haarverlust ohne Juckreiz
Am ganzen Körper fettig und bereits im jungen Alter erbliche Seborrhoe, selten und vor allem bei Cocker Spaniel, West Highland White Terrier und Basset Hound
Gesamtes Fell trocken und stumpf Nährstoffmangel oder trockene Raumluft, ohne Entzündung und ohne Juckreiz


Wer unsicher ist, notiert über ein bis zwei Wochen Fütterung, Pflegeprodukte, Badetage und Juckreizphasen. Dieses kurze Protokoll bringt in der Tierarztpraxis oft mehr als eine Schilderung aus dem Gedächtnis.

Was tun, wenn der Hund Schuppen hat?

Was gegen trockene Hundehaut hilft

Solange keine Erkrankung dahintersteckt, lässt sich das Hautbild mit einfachen Mitteln spürbar verbessern.

Richtig bürsten statt häufiger baden

Bürsten wirkt von allen Pflegemaßnahmen am schnellsten. Es entfernt abgestorbene Zellen, verteilt den hauteigenen Talg bis in die Haarspitzen und regt die Durchblutung an. Zwei bis drei Durchgänge pro Woche reichen im Normalfall, in akuten Schuppenphasen darf es kurzzeitig täglich sein. Zur Fellpflege beim Hund gehört auch das passende Werkzeug: ein Gummistriegel bei kurzem Fell, ein grober Kamm bei langem. Ein häufiger Fehler ist der Einsatz eines scharfen Metallstriegels auf gereizter Haut, der feine Verletzungen hinterlassen kann und die Schuppung verstärkt.

Baden verschlimmert trockene Haut eher, als dass es hilft. Ein Abstand von sechs bis acht Wochen genügt in aller Regel. Entscheidend ist außerdem das Produkt, da Hundehaut mit einem pH-Wert um 6,5 bis 7,5 im neutralen Bereich liegt, während menschliche Haut mit etwa 5,5 wesentlich saurer ist. Ein handelsübliches Anti-Schuppen-Shampoo aus dem Drogeriemarkt kann diesen Schutzmantel verschieben und das Problem verschärfen, weshalb es sich lohnt, den Hund richtig zu waschen und ein mildes Hundeshampoo zu wählen.

Bei medizinischen Shampoos entscheidet die Einwirkzeit über den Erfolg. Fünf bis zehn Minuten auf der Haut sind meist nötig. Für trockene Haut eignen sich feuchtigkeitsspendende Produkte mit Haferextrakt oder Ceramiden, also hauteigenen Lipidbausteinen. Fettige und infektionsanfällige Haut profitiert eher von antimikrobiellen Shampoos mit Chlorhexidin oder Salicylsäure. Mehrere Mittel gleichzeitig auszuprobieren, führt selten weiter, weil dann unklar bleibt, was geholfen und was gereizt hat.

Hausmittel gegen Schuppen beim Hund

Bewährt haben sich vor allem drei Ansätze:

  1. Kokosöl äußerlich dünn in die betroffenen Partien einmassieren, zwanzig bis dreißig Minuten einwirken lassen und ausbürsten. Zu viel davon macht das Fell strähnig und verleitet zum Ablecken.
  2. Lachs- oder Leinöl über das Futter als Richtwert etwa ein Teelöffel je zehn Kilogramm Körpergewicht. Die Menge sollte über eine Woche langsam gesteigert werden, sonst reagiert die Verdauung mit weichem Kot.
  3. Eine Spülung aus abgekühltem Haferflockensud nach dem Baden beruhigt die gereizte Haut.

Von Babyöl und unverdünntem Apfelessig ist abzuraten. Babyöl legt sich als Film auf die Haut, ohne sie zu pflegen, und Apfelessig brennt auf wunden Hautstellen. Bei Krusten oder nässenden Stellen sollten solche Hausmittel nicht angewendet werden.

Öle und Nährstoffe über das Futter

Omega-3-Fettsäuren, Zink und Biotin stärken die Hautbarriere von innen, allerdings braucht das Zeit. Ein sichtbarer Effekt zeigt sich frühestens nach drei bis sechs Wochen, bei stark ausgetrockneter Haut kann es bis zu acht Wochen dauern. Ein häufiger Fehler ist deshalb das Absetzen nach einigen Tagen, weil sich noch nichts getan hat. Bei älteren Hunden und nach einer Kastration hat sich die Kombination aus Omega-3 und Biotin bewährt. Steht eine Futtermittelallergie im Verdacht, liefert nur eine strukturierte Ausschlussdiät über sechs bis acht Wochen ein belastbares Ergebnis, Snacks und Kauartikel mit einbezogen.

Luftfeuchtigkeit im Wohnraum

Zwischen vierzig und sechzig Prozent relativer Luftfeuchtigkeit fühlen sich Haut und Atemwege am wohlsten. Ein einfaches Hygrometer schafft Klarheit, ein Luftbefeuchter oder eine flache Wasserschale auf dem Heizkörper bringen die Luftfeuchtigkeit im Winter zurück in den gewünschten Bereich. Ebenso hilfreich ist etwas Abstand zwischen Schlafplatz und Wärmequelle, gerade wenn das Körbchen sonst direkt am Heizkörper oder am Kamin steht.

Schuppen und Haare in der Wohnung

Was aus dem Fell fällt, bleibt nicht im Körbchen liegen. Hautschuppen sind der eigentliche Träger der Allergene und erheblich leichter als Haare, weshalb sie tief in Polster, Teppichfasern und Sofakissen einsinken und beim Trockensaugen leicht wieder aufgewirbelt werden. Ein Sauger mit Wasserfiltersystem wie der THOMAS AQUA⁺ PET & FAMILY bindet die feinen Partikel im Wasser, statt sie zurück in die Raumluft abzugeben. Außerdem lassen sich Polster und Teppich dank einer Nassreinigungsfunktion zusätzlich feucht nachreinigen. Lose Hundehaare sammeln sich an genau denselben Orten und können dabei ebenfalls aufgenommen werden.

Wann eine Tierarztpraxis die Ursache klären sollte

Eine Abklärung empfiehlt sich, sobald eines dieser Anzeichen dazukommt:

  • starker oder anhaltender Juckreiz
  • kahle Hautpartien, Rötungen, Krusten oder Pusteln
  • ein merklich veränderter Geruch der Haut
  • Antriebslosigkeit, Gewichtsveränderung oder vermehrtes Trinken
  • Schuppen bereits im Welpenalter
  • keine Besserung nach vier Wochen konsequenter Pflege

Klarheit bringen dann die Untersuchung eines Hautgeschabsels, eine Zytologie, also die mikroskopische Beurteilung von Hautzellen und Keimen, sowie je nach Verdacht eine Pilzkultur oder ein Blutbild. Bei Senioren und Hunden mit Vorerkrankungen ist der Gang in die Praxis früher angebracht als sonst. Eine früh gestellte Diagnose erspart dem treuen Begleiter meist wochenlanges Kratzen.

Bei den meisten Hunden hängt die Schuppung mit der Jahreszeit, dem Futter oder der Pflege zusammen, und das Hautbild beruhigt sich wieder, sobald die passende Stellschraube gefunden ist. Was bleibt, ist ein Fell, das wieder glänzt, und ein Vierbeiner, der sich nach der Bürstenrunde genüsslich auf den Rücken wirft, als wäre die Sache für ihn nie ein Problem gewesen.

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