Katzen gesund ernähren

Katze gesund ernähren – so gehen Sie vor

Jeder Katzenbesitzer möchte, dass es seiner Samtpfote gut geht. Doch auch Katzen werden ab und an krank. Neben ausreichend Bewegung spielt die Ernährung eine wichtige Rolle für die Katzengesundheit.

Wir haben uns mit der Tierheilpraktikerin Susanne Seuffert zum Thema Ernährung und Gesundheit von Katzen unterhalten – und konnten ihr den ein oder anderen Tipp entlocken.

Was sind eigentlich die häufigsten Krankheiten bei Katzen?

"Neben Unverträglichkeiten und allergischen Beschwerden ist die chronische Niereninsuffizienz nach wie vor ein wichtiges Thema. Aber auch „Wohlstandskrankheiten“ wie Diabetis mel sowie Schilddrüsenprobleme und Bluthochdruck kommen immer häufiger vor."

Was ist Ihrer Meinung nach, eine gute, gesunde und vor allem ausgewogene Ernährung für Katzen?

"Katzen sind im Gegensatz zu Hunden reine Carnivoren (Fleischfresser), die ideale Ernährung ist die Maus! Der kleine Nager besteht zum größten Teil aus Fleisch, ein paar Körner Getreide im Magen, Blut sowie Fell/Knochen als Ballaststoffe. Genauso sollte die Nahrung unserer Stubentiger aufgebaut sein, denn ihnen fehlen die Enzyme, um Kohlenhydrate aufzuspalten. Falsche Ernährung ist wie bei uns Menschen auch meist der Grundstein für viele Krankheiten, wie beispielsweise die chronische Niereninsuffizienz oder Diabetes mel."

Gibt es spezielle Speisen, die eine Katze nicht verträgt?

"Hier gibt es einige Speisen, wie Schokolade, Zwiebelgewächse, rohes Schweinefleisch (Gefahr des Aujetzky-Virus), alles mit Alkohol, aber auch Hülsenfrüchte und verschiedene Gemüsesorten."

Was kann man bei Katzen mit Magen-Darm- Problemen tun?

"Diese Frage lässt sich so allgemein kaum beantworten, es kommt auf den Ursprung an. Manchmal reichen ein bis zwei Tage Schonkost (Achtung-Katzen nie länger als 12-24 Stunden hungern lassen) aus, damit sich der Darm wieder beruhigt. Bei massiveren Problemen ist der Durchfall oder das Erbrechen meist nur das sichtbare Symptom und man muss der Ursache auf den Grund gehen."

Ist bei der Fütterung von Katzen etwas Spezielles zu beachten, sprich Häufigkeit, wie viel Gramm pro Mahlzeit etc.?

"Eine freilebende Katze frisst über den Tag verteilt im Idealfall ca. sieben Mäuse, d.h. mehrere kleine Portionen pro Tag. Das würde ich bei Kitten und auch bei Senioren auch so empfehlen. Gesunde ausgewachsene Katzen kommen mit einer Fütterung zweimal pro Tag meist gut zurecht. Trockenfutter sollte allenfalls als Leckerli angeboten werden und nicht als Dauerbuffet. Die Menge richtet sich nach dem Gewicht und der Aktivität des Tieres aber auch nach der Qualität des Futters."

Verraten Sie uns einen aktuellen Trend beim Thema Katzengesundheit aus Ihrer Sicht als Tierheilpraktikerin?

"BARF-Biologisch artgerechte Rohfütterung ist auch bei den Stubentigern auf dem Vormarsch und gar nicht so kompliziert. Eine ausgewogene artgerechte Ernährung mit viel Fleisch ist die beste Gesundheitsprophylaxe, die man seinem Tier bieten kann. Aber mit ausschließlicher Fleischfütterung ist es dann doch nicht getan, denken Sie an die Maus - auch die anderen Bestandteile gehören dazu. Man muss aber keine Wissenschaft draus machen, ein paar Tipps & Tricks erleichtern einem das Leben sehr. Meine Patienten, die einen Kurs oder eine Ernährungsberatung bei mir gemacht haben, nehmen den (überschaubaren) Mehraufwand gern in Kauf, da sie an den Tieren sehen, wie gut es ihnen tut. Neben Allergien verschwinden oft auch Fellprobleme, Zahnstein und andere Krankheitsbilder fast „von alleine“."

Welches sind aus Ihrer Sicht die 3 Mythen, die sich in Sachen Katzengesundheit und - ernährung hartnäckig halten? (Stichwort: Intervallfasten für übergewichtige Katzen; Kuhmilch zum Trinken)

  1. "Kuhmilch ist aufgrund der Laktoseunverträglichkeit bei Katzen ein Tabu, laktosefreie Milch vertragen allerdings die meisten Katzen sehr gut, die angebotene Katzenmilch diverser Hersteller ist mit den ungesunden Softdrinks für uns Menschen vergleichbar und aus meiner Sicht völliger Unsinn."
  2. "Fasten, egal ob Intervall oder andere Varianten kann für Katzen lebensbedrohlich sein, gerade übergewichtige Tiere können schnell in die Hepatische Lipidose fallen, hier kommt es zur Freisetzung von Körperfett, das kombiniert mit einer akuten Insulinresistenz bei gleichzeitigem Lipoproteinmangeln zu einer massiven Fettansammlung in der Leber und schließlich zu tödlichem Leberversagen führen kann."
  3. "Und ein weit verbreiteter Mythos zum Thema Unsauberkeit: Die Katze will uns nur ärgern oder macht „Das“ zum Trotz. Meist gibt es auch für die Unsauberkeit einen Auslöser, egal ob körperlich oder psychisch und in vielen Fällen konnten wir diesen auch finden und das Problem konnte behoben werden."

Weitere Tipps von Susanne Seuffert finden Sie auf ihrem Blog und auf ihrer Praxiswebsite.

Teilen Sie diesen Artikel:

Mehr zu Ernährung & Gesundheit